Lymphödem und Ödembehandlung

Falls ein oder mehrere Lymphknoten entfernt wurden, ist darauf zu achten, dass Sie die Entstehung eines „dicken Armes“ vermeiden sollten. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollen aber bei den betroffenen Frauen keine große Angst erzeugen, sondern nur als Hinweis und Hilfestellung dienen:

  • Achten Sie beim Arztbesuch darauf, dass Ihnen NUR am „gesunden Arm“ der Blutdruck gemessen, Blut abgenommen und Injektionen/Infusionen gegeben werden; ebenso bei Akupunkturbehandlung, Aderlass und dergleichen.
  • Achten Sie auf Ihren Arm! Schützen Sie ihn vor Verletzungen und vermeiden Sie übermäßige Wärme und Sonne (Verbrennung oder Verbrühung, Sonnenbrand, Bisse und Kratzer von Tieren), Vorsicht bei Gartenarbeit!
  • Haben Sie ein Problem (Entzündung, Schwellungen) auf der operierten Seite bzw. am Arm, dann suchen Sie SOFORT Ihren Arzt auf!
  • Schwere Lasten wie Koffer, Taschen und dergleichen tragen Sie besser auf der „gesunden Seite“.
  • Wählen Sie Unterwäsche mit etwas breiteren Trägern, die nicht einschneiden, keinen Druck ausüben und genügend Halt für Brust und Prothese bieten, sodass der Lymphfluss gewährleistet bleibt.
  • Für die tägliche Körperpflege verwenden Sie am besten milde Seifen und Cremen mit entsprechendem ph-Wert.
  • Bei der Nagelpflege den Nagelfalz nicht schneiden! Pflegeöl hält den Hautrand weich und flexibel.
  • Unterstützen Sie durch gezielte Bewegungen den Lymphfluss! Machen Sie täglich einige Übungen, die Ihnen von Physiotherapeuten gezeigt wurden.
  • Gehen Sie regelmäßig, je nach Bedarf zur Lymphdrainage! Stauungen werden abgebaut, Fibrosen wird vorgebeugt, neue Umgehungskreisläufe werden durch die manuelle Lymphdrainage gefördert.
  • Suchen Sie sich Sportarten, bei denen für Sie das Verletzungsrisiko gering ist, wie Wandern, Nordic-Walking, Tanzen, Schwimmen, Gymnastik, ... Bei bisher betriebenen Sportarten schätzen Sie selbst mögliche Belastungen ein.
  • Haben Sie Freude an der Bewegung in dem für Sie richtigen Ausmaß! Achten Sie dabei auf die Signale Ihres Körpers und auf Ihr Gefühl. Manchmal ist „weniger“ auch „mehr“. Anspannung und Entspannung sollten sich immer die Waage halten.

Grundsätzlich gilt bei den aufgelisteten Verhaltensregeln bzw. Empfehlungen zur Vermeidung eines Lymphödems, dass unterschieden werden soll, ob eine Wächterlymphknotenbiopsie (Sentinel Node Biopsie) oder eine Axilladissektion (Ausräumung oder ev. noch zusätzliche Bestrahlung) der Achselhöhle durchgeführt wurde.

Dabei ist anzumerken, dass die Komplikationen bei Achselhöhlenausräumung seltener wurden, doch nie gänzlich verschwinden. Dies sollte auch bei einer Wächterlymphknotenentnahme über einen gewissen Zeitraum beobachtet werden.

Ödembehandlung

Sollte eine Ödembehandlung erforderlich sein, so stehen medizinische Kompressionsbehelfe zur Verfügung.

Innerhalb eines Zeitraumes von 12 Monaten (gerechnet ab der ersten Verordnung) besteht ein Anspruch auf insgesamt zwei Versorgungseinheiten. Die Versorgungen können gleichzeitig oder auch zeitlich versetzt in Anspruch genommen werden. Bei zeitlich versetzten Folgeversorgungen ist unbedingt darauf zu achten, dass vor jeder Versorgung neuerlich Maß genommen wird. Für jede Versorgungseinheit ist eine Facharztverordnung eines einschlägigen Fachgebietes (Fachabteilung des Krankenhauses) erforderlich.

Kompressionsbehelfe sind bei den Bandagisten erhältlich, welche die ärztliche Verordnung mit den Kostenvoranschlägen bei der Kasse zur Bewilligung einreichen. Für Kompressionsbehelfe ist je Versorgungseinheit ein gesetzlicher Selbstbehalt in der Höhe von 10 % des Tarifes (mindestens aber € 34,20 - gültig für das Jahr 2018) bei den Bandagisten zu entrichten.

Informationen über den jeweiligen Stand der Vertragspartner erhalten Sie bei der Vorarlberger Gebietskrankenkasse unter der Tel. Nr. 050/8455-0 oder im Internet unter: www.vgkk.at (Für Versicherte/Vertragspartner/Bandagisten und Orthopädietechniker)

Sollten Sie bei einer anderen Kasse - also nicht VGKK - versichert sein, so erkundigen Sie sich bitte dort über deren Angebote.